
Vier der besten außergewöhnlichen Roguelikes im Epic Games Store

Im Jahr 1980 erschien das Rollenspiel Rogue und sorgte für die weite Verbreitung einiger Spielmechaniken, die sich seither ungebrochener Beliebtheit erfreuen und einfach nicht totzukriegen sind – ziemlich ironisch, wenn man bedenkt, dass eine dieser Mechaniken der endgültige Tod ist. Rogue bot außerdem Systeme wie zufällig generierte Dungeons, die jeden Spieldurchlauf einzigartig machten, aber der endgültige Tod, und mit ihm das Ende der jeweiligen Kampagne, war die wahrscheinlich wichtigste Innovation dieses Titels. Nach jedem Tod waren die Spieler gezwungen, ein neues Abenteuer zu beginnen.
In den mehr als 40 Jahren seit seiner Veröffentlichung diente Rogue zahllosen anderen Spielen als Inspirationsquelle, die sich der Kernmechaniken des Dungeon-Crawlers bedienten und sie weiterentwickelten. Viele dieser Nachfolger sind ebenfalls in düsteren Fantasy-Welten angesiedelt, mit bösen Zauberern und stark verzweigten Fähigkeitsbäumen, anhand derer ihr eure Helden zu muskelbepackten Barbaren oder listigen Magiern entwickeln könnt, je nachdem, auf welche Gegenstände ihr auf der zufällig generierten Karte stoßt.
Es gibt aber auch Roguelikes, die die ausgetretenen Pfade verlassen und die Fähigkeitsbäume, zufälligen Welten und endgültigen Tode in andere Spielgenres übertragen, wo sie mit eigenen, neuen Ideen für Überraschungen sorgen.
Im Folgenden stellen wir euch einige der außergewöhnlichsten Beispiele vor, die es sich lohnt, zu entdecken. Roguelike-Elemente sorgen für endlose Wiederspielbarkeit und damit auch für ganz besonders fesselnde Spielerlebnisse, die euch für viele spannende Stunden in ihre immer wieder neuen Welten hineinziehen.
Against the Storm
Die Verbrannte Königin verlangt Tribut, und als ihr Vizekönig ist es eure Aufgabe, Ressourcen liefernde Städte zu errichten, um ihren hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Dabei erwarten euch viele Herausforderungen, und eine der größten sind die jährlichen Stürme, die eure Welt verwüsten und alle Siedlungen außerhalb der Mauern der Schwelenden Stadt dem Erdboden gleichmachen.

Against the Storm ist eine überraschende Mischung aus Echtzeitstrategie, Städtebau und Roguelike-Elementen. In jeder Jahreszeit müsst ihr eine Kolonie in der Wildnis gründen, die den Bedürfnissen ihrer Bewohner gerecht wird. Dabei handelt es sich um ein buntes Völkchen aus Fantasy-Wesen: Menschen, Elfen, intelligente Biber und Echsenmenschen. Jede der Bevölkerungsgruppen braucht unterschiedliche Arten von Behausungen und Nahrung, ist auf eigene Produktionsfertigkeiten spezialisiert und an andere Umweltbedingungen angepasst. Die Biber sind zum Beispiel hervorragende Baumeister und lieben Blockhütten, erweisen sich im Kampf jedoch als sehr ungeschickt, anders als die Eidechsen, die herausragende Jagderfolge erzielen, dafür aber Ziegelsteinhäuser bevorzugen, die die Sonnenwärme speichern. Wenn es euch gelingt, die Bedürfnisse der verschiedenen Bevölkerungsgruppen adäquat unter einen Hut zu bringen, stellt ihr die Verbrannte Königin zufrieden, und sie lässt eure Stadt zu ihren Ehren gedeihen. Falls die Stadt jedoch nicht vom gewünschten Erfolg gekrönt wird, bevor die ständig schwindende Geduld der Königin ein Ende findet, zerschmettert diese sie und tilgt sie aus der Welt.
Egal, ob ihr erfolgreich seid oder scheitert, die Zeit läuft erbarmungslos weiter, und in der nächsten Jahreszeit gilt es, in einer neuen Region eine neue Kolonie zu gründen, mit einer unterschiedlichen Verteilung der Ressourcen, die euch zur Befriedigung der Bedürfnisse eurer Bewohner zur Verfügung stehen. Falls eure vorige Stadt die Königin zufriedenstellen konnte, erscheint sie von nun an im Handelsbildschirm und eröffnet euch den Zugang zu Waren und Einkommen, die euch bei eurer Aufgabe unterstützen.
Jeweils zum Ende eines Jahres glänzt Against the Storm mit seinen fesselnden Roguelike-Elementen. Dann nämlich fegt ein tödliches Unwetter über die Welt hinweg, das keinen Stein auf dem anderen lässt und eure Städte vernichtet, und mit Beginn des neuen Jahres fangt ihr von vorne an. Mit einer Ausnahme: die Schwelende Stadt, die Zitadelle der Königin, die sich im Herzen der Karte befindet. Bevor der Sturm wütet, retten sich eure Bewohner mitsamt ihren Reichtümern hinter ihre Stadtmauern und geben euch damit die Gelegenheit, in dauerhafte Verbesserungen zu investieren, die sich auf alle zukünftigen Siedlungen auswirken. Ihr könnt zum Beispiel die Bewegungsgeschwindigkeit und Produktionsboni eurer Einwohner erhöhen und sogar den Geduldsfaden der Königin verlängern, was euch mehr Zeit verschafft, eure Siedlungen in erfolgreiche Städte zu verwandeln.
Da in Strategiespielen der Abschluss eines Levels oftmals erhebliche Zeit in Anspruch nimmt, können Misserfolge besonders frustrierend sein. Scheitert ihr, bedeutet das unter Umständen, dass eine oder mehrere Stunden Spielzeit wiederholt werden müssen. Durch die Kombination mit Roguelike-Elementen macht Against the Storm das Beste aus diesem Scheitern, und es wird zu einem der fesselndsten Aspekte des Spiels.
Wall World
In Wall World steuert ihr eine bis an die Zähne bewaffnete Roboterspinne und kämpft gegen insektenartige Außerirdische, während ihr an einem unendlich hohen Gebäude emporklettert und mineralreichen Adern anbohrt, um für Verbesserungen eurer Roboterspinne zu bezahlen. Ihr wisst schon, das Übliche.

Das Spiel ist eine packende Kombination aus Missile Command und Manic Miner. Die Hälfte der Zeit sitzt ihr auf dem Geschützposten eurer Spinne und feuert mit Flugabwehrkanonen, Schrotflinten und Raketen auf Schwärme angreifender Feinde. Die andere Hälfte verbringt ihr damit, euch mithilfe eines Bergbau-Lasers einen Weg durch Gestein zu bahnen, um auf Ressourcen und Verbesserungen für euren Roboter zu stoßen.
Jedes Mal, wenn ihr sterbt, verliert ihr alle Verbesserungen, die ihr mit den geschürften Mineralien bezahlt habt, beginnt den nächsten Durchlauf mit der anfänglichen Roboterspinne und müsst dieselbe Ausrüstung, die ihr vorher verdient hattet, erneut freischalten. Wall World ist ein Spiel für zwischendurch und jede neue Partie ist eine neue, spannende Chance, euch so lange wie möglich gegen die immer stärker werdenden Wellen von Gegnern zu behaupten. Dank der geschickt eingefügten Roguelike-Elemente zählt jedoch jeder Moment eurer Spielzeit und bringt euch bleibende Vorteile. Für jeden Stein, den ihr aufbrecht, egal ob er Mineralien enthält oder nicht, erhaltet ihr Münzen, mit denen ihr in der Werkstatt dauerhafte Verbesserungen eures Spinnenroboters kauft. So könnt ihr zum Beispiel seine Gesundheit und Bewegungsgeschwindigkeit verbessern oder stattdessen Ausrüstung freischalten, von zielsuchenden Lenkraketen bis hin zu Laser-Bohrern, mit denen ihr schneller nach Ressourcen suchen könnt.
Wall World wäre auch ohne diesen Zusatz ein Riesenspaß, aber die Roguelike-Elemente verstärken zusätzlich den Drang, immer noch eine weitere Partie zu spielen.
Cursed to Golf
In Cursed to Golf beginnt ihr als Golf-Champion am letzten Loch eines großen Turniers, der vom Blitz getroffen wird und in der Unterwelt erwacht. Eure einzige Möglichkeit, ins Leben zurückzukehren, ist, 18 übernatürliche Golflöcher zu absolvieren und dabei eure mit Superkräften ausgestatteten Kontrahenten zu besiegen. Das Gameplay erinnert ein wenig an alte Flash-Spiele: Ihr wählt einen Schläger, zielt im gewünschten Winkel und versucht dann, die Kraftleiste genau im richtigen Moment zu treffen, um den Ball an die anvisierte Stelle zu befördern. Verpasst ihr das richtige Timing, fliegt euer Ball wahrscheinlich über das Ziel hinaus.

Jenseits des Ziels wartet das Fegefeuer, ihr könnt euch also denken, dass es sich nicht um alltägliche Golfplätze handelt. Die bekannten Sandbunker und Wasserhindernisse werden durch Stachelfallen, Schwerkraftquellen und an Mario-Spiele erinnernde vernetzte Rohre, die euren Ball an alle möglichen Orte der Karte transportieren, ergänzt. Wenn ihr euren Golfer zurück in sein irdisches Leben schicken wollt, müsst ihr alles meistern, was euch vor den Schläger kommt.
Zum Glück stehen euch in der Unterwelt Möglichkeiten zur Verfügung, die in der oberweltlichen PGA TOUR nicht vorkommen, wie zum Beispiel den Ball mitten in der Luft direkt über dem Loch anzuhalten, damit er direkt hineinfällt. Diese Kräfte aktiviert ihr mit „Ace Cards“, die ihr kaufen könnt oder durch eure Fortschritte auf dem Golfplatz erhaltet.
Gelingt es euch nicht, den Ball innerhalb des Par ins Loch zu befördern, kehrt ihr zum Grund des Fegefeuers zurück und beginnt den Weg zum 18. Loch wieder von vorn. Dabei ändert sich bei jedem neuen Durchlauf die Reihenfolge der Löcher, was euch vor immer neue Roguelike-Herausforderungen stellt.
Wer in den Genuss von Cursed to Golf gekommen ist, wird sich als Zuschauer normaler Golfturniere wünschen, die Spieler mögen doch endlich eine Ace Card zücken, um ihren Ball in eine ferngesteuerte Rakete zu verwandeln, und die Aussicht, beim Überschreiten des Par direkt ins unendliche Golf-Fegefeuer teleportiert zu werden, dürfte bei so manchem Spieler die Nerven blank liegen lassen.
Inscryption
In mancher Hinsicht ist Inscryption der vorhersehbarste der Roguelike-Titel auf unserer Liste, schließlich steuert ihr hier keine Roboterspinne, füttert keine hungrige Königin und spielt auch nicht Golf in der Hölle. Stattdessen sitzt ihr an einem Tisch einem maskierten Kontrahenten gegenüber, stellt ein Kartendeck zusammen und versucht, in Partien, die an Hearthstone oder Magic: The Gathering Arena erinnern, den Sieg zu erringen.

Geht ihr als Sieger hervor, schreitet eure Spielermarke auf dem Tisch durch einen geheimnisvollen Wald voran, in dessen Herzen eine Hütte mit einem Endboss auf euch wartet. Mit jedem Scheitern kehrt ihr zurück an den Anfang eures Abenteuers, und es wird ein neuer Weg durch den Wald generiert. Auf den ersten Blick erinnert Inscryption stark an Slay the Spire, aber wenn ihr euch von eurem Platz am Kartentisch erhebt, nehmen die Dinge eine unerwartete Wendung.
Inscryption ist ein Spiel im Spiel – ihr seid ein Charakter in einer Welt und spielt das Kartenspiel, aber wenn ihr eure Umgebung um den Tisch herum erkundet, findet ihr geheimnisvolle Dinge, die ihr auf eurer Reise durch den Wald mitnehmen könnt. Wenn ihr die Rätsel in der Hütte, in der ihr spielt, löst, stoßt ihr auf versteckte Karten und Gegenstände, erfahrt mehr über euer mysteriöses Gegenüber und … mehr wollen wir euch nicht verraten.
Wenn ihr Spaß an Kartenspielen habt, werdet ihr von Inscryption begeistert sein. Setzt euch Kopfhörer auf, dimmt das Licht und lasst euch von seinen Geheimnissen mitreißen.