
Terminator 2D: No Fate greift auf die 16-Bit-Ära zurück, um James Camerons Filmklassiker zum Leben zu erwecken

Terminator 2D: No Fate ist eine schamlose Hommage an Arcade-Spiele. Ein Run-and-Gun-Shooter, der auf James Camerons beliebter Fortsetzung von 1991 basiert und an die goldene Ära des Franchise erinnert – sowohl auf der Leinwand als auch in Form von interaktiver Unterhaltung.
Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen den Terminator-Spielen aus den 90er Jahren und der 16-Bit-Imitation von Bitmap Bureau: Wo die älteren Spiele die Ereignisse der Filme um bestimmte Mechaniken oder Genres herum auslegten, wollte Bitmap Bureau mit seiner Hommage den Ereignissen von Terminator 2 – Tag der Abrechnung so treu wie möglich bleiben. Um das zu erreichen, mussten sie über die Grenzen der klassischen Side-Scrolling-Shooter hinausgehen und Systeme und Ideen aus der gesamten 16-Bit-Ära übernehmen. Einige dieser Ideen kamen damals gerade erst auf und waren allenfalls in ein paar unbekannten Werken zu finden.
„Um dem Film gerecht zu werden und die Fans von Terminator glücklich zu machen, mussten wir diese besonderen Momente und herausragenden Szenen einbauen, die Terminator 2 zu einem der besten Sci-Fi-Actionfilme aller Zeiten gemacht haben“, erklärt Mike Tucker, Design Director von Terminator 2D: No Fate. „Obwohl der Großteil der Action in Form von Run-and-Gun-Szenen umgesetzt werden sollte, erforderten Szenen wie das Pescadero Hospital, die Biker Bar, die Abwasserkanäle und das Stahlwerk einen anderen Ansatz, ohne dabei die bekannte Perspektive aufzugeben. Deshalb umfasst der Titel letztendlich mehrere Genres.“
Jede dieser Sequenzen ist so konzipiert, dass sie die Ereignisse aus Terminator 2 – Tag der Abrechnung auf eine Weise nacherzählt, die für einen 16-Bit-Arcade-Titel Sinn macht, aber trotzdem deutlich an den Film erinnert. Die Szene in der Biker-Bar tauscht beispielsweise die Run-and-Gun-Action gegen eine Art Beat-'em-up-Erlebnis ein, was die Einführungsschlägerei des T-800 besser widerspiegelt.
Für diese Sequenz hat Bitmap Bureau auf vorherige Erfahrungen bei der Entwicklung seines eigenen Beat-'em-up-Spiels zurückgegriffen – genauer gesagt auf Final Vendetta aus dem Jahr 2022, den spirituellen Nachfolger von Final Fight. Der Unterschied? Final Vendetta war ein vollwertiges Spiel, doch bei Terminator 2D: No Fate mussten die Entwickler die mechanische Komplexität eines Beat-'em-up-Spiels auf ein einziges Level reduzieren.
„Im Grunde geht es darum, an den richtigen Stellen in der Animation Hit-Boxen zu erstellen und festzulegen, wie sich die einzelnen Treffer auf den Gegner auswirken. Dann muss überprüft werden, ob der Spieler und der Gegner vertikal aufeinander ausgerichtet sind“, erklärt Tucker. „Das Level dauert nur zwei oder drei Minuten, bietet aber echt viel Tiefgang, und man kann ein paar ziemlich coole Kombos zusammenstellen!“

Bitmap Bureau wählte zudem einen maßgeschneiderten Ansatz für die beiden wichtigsten Verfolgungsszenen in Terminator 2 – Tag der Abrechnung: die Verfolgungsjagd mit Motorrädern und LKW durch die Abwasserkanäle von Los Angeles zu Beginn des Films und die nächtliche Verfolgungsjagd auf der Schnellstraße gegen Ende des Films. Um diese Szenen umzusetzen, hat sich Bitmap Bureau von ein paar Arcade-Klassikern inspirieren lassen. Tucker hat dabei besonders den „Turbo-Tunnel” aus Battletoads und das Motorrad-Level aus Contra III: The Alien Wars hervorgehoben.
„Die Level mit den Abwasserkanälen und der Schnellstraße in Terminator 2D sind definitiv davon inspiriert und zwingen den Spieler, sich durch den Verkehr oder statische Hindernisse zu schlängeln, während er den T-1000 in Schach hält“, sagt er. „Wir haben mit ein paar Ideen für diese beiden Level herumgespielt, wobei einige Umsetzungen zu kompliziert waren.“
Eine dieser Ideen war ein Nachladesystem für Waffen wie die Schrotflinte des T-800, aber Bitmap Bureau stellte fest, dass das System bei den Spielern „letztendlich zu Frustration führen würde”. „Ich finde, dass bei Arcade-Spielen weniger manchmal mehr ist, was die Anzahl der Fahrzeug-Level angeht, und dass der Fokus auf Geschwindigkeit und den Reaktionen der Spieler liegen sollte“, erklärt Tucker.
Die mit Abstand gewagteste Szenenadaption in Terminator 2D: No Fate konzentriert sich auf Sarah Connors Flucht aus dem Pescadero Hospital in der Mitte des Films. Für diese Szene hat Bitmap Bureau ein Stealth-System implementiert.

„Das Krankenhauslevel schien mir eine gute Gelegenheit, mal was Neues auszuprobieren und den Spielern ein ganz eigenes Problem vorzusetzen“, so Tucker. „Die Begegnung mit den Krankenpflegern und dem Wachpersonal kann schon eine Herausforderung für sich sein, doch die Anwesenheit des T-1000 sorgt für zusätzliche Spannung, da es praktisch den sicheren Tod bedeutet, wenn er Sarah zu Gesicht bekommt.“
Stealth-Mechaniken sind in 16-Bit-Spielen äußerst selten, weshalb man sich zu Recht fragen kann, ob eine solche Sequenz in den frühen 90er Jahren überhaupt existiert haben könnte. Es gibt aber ein paar wenige Ausnahmen, wie zum Beispiel das Spiel Bonanza Bros aus dem Jahr 1990 – ein kooperatives Spiel, bei dem die Spieler in die Rolle von Dieben schlüpfen, die Gegenstände aus Villen, Casinos und Kunstgalerien klauen.
„Das war die Basis für unser Stealth-Gameplay, bei dem der Spieler sich in Türen und Nischen verstecken und auf den richtigen Moment warten kann, um Feinde zu überrumpeln oder an ihnen vorbeizuschleichen“, so Tucker.
Auch wenn Bonanza Bros als Grundlage diente, durchlief das Stealth-System von Terminator 2D: No Fate laut Tucker „mehrere Iterationen“ und hatte irgendwann sogar ein direktionales Deckungssystem. Letztendlich hat sich Bitmap Bureau dafür entschieden, dass das Alarmieren von Feinden kein schwerwiegender Fehler sein soll. Stattdessen sollen die Spieler „jedem Feind, dem sie begegnen“, gegenübertreten können. Diese Entscheidung wurde ebenfalls von Spielen jener Zeit inspiriert.
„Rolling Thunder und Elevator Action Returns bieten ebenfalls ähnliche Ausweichmechaniken“, sagt Tucker. „Und vor Kurzem hat Huntdown Deckungsmechaniken eingebaut, also erschien uns das Konzept nicht allzu fremd.“

Obwohl jede dieser Szenen ganz eigene systemische Herausforderungen mit sich brachte, meint Tucker, dass der schwierigste Teil bei der Entwicklung von Terminator 2D: No Fate kaum was mit dem Spieldesign zu tun hatte.
„Ich denke, das Storytelling war für uns die größte Herausforderung – unsere früheren Titel hatten nicht so viel Story, Dialoge, Zwischensequenzen usw., also mussten wir uns hier echt mächtig ins Zeug legen“, sagt er. „Das bedeutete, dass wir einige Animationssequenzen mit Hunderten oder gar Tausenden von Einzelbildern erstellen mussten.“
Terminator 2D: No Fate ist allerdings nicht einfach nur eine direkte Nacherzählung von Terminator 2 – Tag der Abrechnung. Es geht in vielerlei Hinsicht über den Film hinaus. Zahlreiche Level spielen während des Zukunftskrieges, wo ihr in die Rolle des erwachsenen John Connor schlüpft und euch direkt den Maschinen stellt. „Der Zukunftskrieg eignet sich ohnehin schon perfekt für ein Videospiel, daher hatten wir viel Spaß dabei, ihn um einige großartig aussehenden Orte und insbesondere Bosskämpfe zu erweitern!“, sagt Tucker.
Außerdem enthält Terminator 2D: No Fate mehrere neue Szenarien, die in der Gegenwart spielen. Die handeln hauptsächlich von Sarah Connor und ihren Erlebnissen zwischen dem ersten Terminator und den Ereignissen in Terminator 2 – Tag der Abrechnung. „Sarah Connor wird zu Recht als eine der bedeutendsten Actionheldinnen aller Zeiten betrachtet, und wir waren der Meinung, dass Terminator 2D: No Fate die perfekte Gelegenheit sein könnte, sie in den Mittelpunkt zu rücken“, so Tucker.
„Terminator 2D fängt tatsächlich schon vor den Ereignissen des Films an, als Sarah versucht, eine Cyberdyne-Anlage und ein Forschungslabor zu zerstören, was im Film kurz erwähnt wird“, sagt er weiter. „Es gibt auch eine Anspielung auf den ersten Terminator-Film: Als Sarah verhaftet und zur Polizeistation gebracht wird, aus der sie später flieht.“
Obwohl Terminator 2D: No Fate Ereignisse darstellt, die in Camerons Film nur erwähnt werden, erklärt Tucker, dass das Spiel nur auf Terminator 2 – Tag der Abrechnung, den ersten Terminator-Film und das dazugehörige Ausgangsmaterial zurückgreift, um diese Ereignisse zu erstellen, und keine Elemente aus anderen Terminator-Filmen und -Medien übernimmt.

„Terminator 2 ist schon so ein vollgepackter Film … wir mussten echt nicht weit über den Film hinaus nach Ideen suchen“, sagt er. „Wir haben allerdings Material aus der Endfassung und gestrichene Szenen als zusätzliche Inspiration genutzt.“ Bitmap Bureau nutzte zudem Konzeptzeichnungen aus dem Film, um die Elemente des Zukunftskriegs auszuarbeiten, sowie ein illustriertes Drehbuch, „das uns wirklich dabei half, die Level und wichtigsten Momente des Spiels zu visualisieren“.
Bitmap Bureau weiß genau, was die Fans von Terminator 2D: No Fate erwarten – und das nicht nur in Sachen Authentizität. Der Entwickler hat sich einen Namen für seine äußerst herausfordernden Erlebnisse im Arcade-Stil gemacht und möchte diese Tradition mit Terminator 2D: No Fate fortsetzen, aber auch gleichzeitig sicherstellen, dass das Spiel für alle interessant ist.
„Wir mussten akzeptieren, dass es einige Terminator-Fans gibt, die vielleicht keine so große Herausforderung wollen“, meint Tucker. „Obwohl unser anspruchsvoller Schwierigkeitsgrad (Hasta La Vista) dem üblichen Schwierigkeitsgrad unserer Titel entspricht, sollten die einfachen und normalen Einstellungen eine etwas kleinere Herausforderung bieten.“
PC-Spieler können sich außerdem auf ein zusätzliches Arcade-Highlight in Terminator 2D: No Fate freuen: globale Bestenlisten. Obwohl das Spiel bereits über lokale Bestenlisten verfügte, hat sich Bitmap Bureau beim Entwerfen und Testen des Spiels dazu inspirieren lassen, zusätzlich ein Online-System zu integrieren. „Die Entwickler und Tester hatten riesigen Spaß dabei, ihre eigenen Punktestände und Bestzeiten zu schlagen und Screenshots in unseren internen Chat zu posten. Also haben wir uns dazu entschlossen, globale Online-Bestenlisten zu integrieren, damit die Spieler sich in verschiedenen Spielmodi gegenseitig herausfordern können“, verrät Tucker.

Bitmap Bureau hofft, durch die Rückkehr zur Blütezeit von The Terminator die Sci-Fi-Magie der ersten beiden Cameron-Filme wieder aufleben zu lassen. „Seit wir Terminator 2D: No Fate angekündigt haben, haben wir so viel Begeisterung und Leidenschaft von Terminator-Fans und natürlich auch von Retro-Gaming-Fans gesehen“, sagt Tucker abschließend. „Wir haben wirklich hart daran gearbeitet, dass Terminator 2D nicht nur eine Adaption eines der besten Filme aller Zeiten darstellt, sondern auch eine Hommage an die Arcade-Klassiker wird, mit denen so viele von uns aufgewachsen sind.“
Terminator 2D: No Fate erscheint am 26. November im Epic Games Store.