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Von Star Trek bis zu Megadeth: Ein Einblick in die überraschenden Kollaborationen von World of Warships

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Dave Tach
29. Nov. 2024

World of Warships bietet ein Meer von Inhalten, das tiefer und größer ist, als man erwarten sollte.

Dabei ist der Seeschlacht-Online-Shooter von Entwickler Wargaming ausgesprochen realistisch gestaltet. In seinen digitalen Werften warten Schlachtschiffe, Flugzeugträger und U-Boote, die detailgetreu den Arsenalen realer Streitkräfte Asiens, Europas und Nordamerikas nachempfunden sind. Seit der Veröffentlichung im Jahr 2015 liefern sich die Spieler virtuelle Seeschlachten.

Die Teenage Mutant Ninja Turtles hättet ihr hier allerdings nicht vermutet. Oder Captain Jean-Luc Picard von der U.S.S. Enterprise. Und Popeye und Bluto? Dabei gehören Kollaborationen wie diese schon fast so lange zu World of Warships, wie es das Spiel gibt.

Von außen betrachtet scheint es, dass Wargaming schon immer Spaß daran hatte, seinen Hochsee-Shooter mit skurrilen Einfällen zu bereichern, und offensichtlich freuen sich auch die Spieler über diese ausgefallene Inhalte.

Wir haben uns deshalb mit den Schöpfern von World of Warships unterhalten, um in Erfahrung zu bringen, warum sie das tun, wie sie herausgefunden haben, dass etwas wie Megadeth gut in ein angeblich realistisches Spiel passt (ganz zu schweigen von der Ansicht der auf hohen Realismus bedachten Spieler) und wie es zu diesem Experiment kam.

Es begann 2015 in Tokio mit der Veröffentlichung von World of Warships. Laut Aleksandr Nikolaev, Senior Licensing Manager bei Wargaming, wollte man Inhalte schaffen, die speziell die Spieler im asiatisch-pazifischen Raum ansprechen sollten, auch über die japanischen Kriegsschiffe hinaus, die zum Verkaufsstart verfügbar waren.

Hier kam der beliebte Manga Arpeggio of Blue Steel ins Spiel, bei dem von KI beseelte Kriegsschiffe mit menschenartigen Persönlichkeiten im Mittelpunkt stehen. Arpeggio of Blue Steel passte wie von selbst in das Szenario und war die erste Kollaboration in World of Warships.

Die Integration erwies sich über die Vorstellungen von Wargaming hinaus als Volltreffer. Mit großem Erfolg verbreitete sie sich auch schnell weit außerhalb Japans.

„Wir hatten nicht damit gerechnet, dass auch Manga-Fans aus anderen Regionen nach diesen Inhalten verlangen würden“, erklärt Nikolaev dem Epic Games Store. „Kein Problem – sie sollten es haben.“

Zumindest einige Spieler waren darüber allerdings nicht so glücklich. Und so fand Wargaming eine kreative Lösung, die sowohl Spieler mit einer Vorliebe für Realismus zufriedenstellte, als auch solche, die verrückten Kombinationen nicht abgeneigt sind.

„Die Spieler teilten sich in diejenigen, die auf rein historischen Inhalten bestanden, und diejenigen, die für Kollaborationen mit Marken stimmten, die sie gerne in unserem Spiel sehen würden“, so Nikolaev. „Und so beschlossen wir, beide Möglichkeiten anzubieten. Zunächst haben wir einen ‚historischen‘ Filter in die Spieleinstellungen integriert, der es der ersten Gruppe ermöglichte, nicht-historische Grafiken auszuschalten. Dann begannen wir, mögliche Kollaborationen zu erkunden, um die zweite Gruppe zu bedienen.“

Die Integrationen von Marken sind eine spielerische Abkehr von dem Realismus, der den Kern von World of Warships ausmacht. Einige Spieler mit einer Vorliebe für historischen Realismus befürchteten zwar, außen vor gelassen zu werden, aber Wargaming hat sich stets bemüht, beide Zielgruppen mit Optionen wie dem historischen Filter zufrieden zu stellen, der verhindert, dass Krang und Shredder die Meere unsicher machen.

„Letztendlich zerstreuten sich diese Bedenken, als die Community erkannte, dass wir uns konsequent um historische Korrektheit bemühen und niemanden zur Verwendung oder dem Kauf von nicht-historischen kosmetischen Gegenständen zwingen“, so Nikolaev.

Dieses „Bemühen um historische Korrektheit“ prägte die ursprüngliche Entwicklung von World of Warships und beeinflusst auch weiterhin die Erweiterungen des Spiels, selbst bei Kollaborationen mit nicht-historischen Inhalten. Laut Nikolaev richten sich diese Ergänzungen eher an neue Spieler, mit dem Ziel, eventuell „ihr Interesse für die Geschichte zu wecken“.

„Möglicherweise sind diese Spieler gar nicht an Geschichte interessiert, aber wir versuchen, ihnen mithilfe ihrer Lieblingsfiguren zunächst das Seeschlachten-Gameplay schmackhaft zu machen und sie dann nach und nach auch auf die historischen Aspekte von World of Warships neugierig zu machen“, erklärt Nikolaev.

Wie also verwandelt man ein Produkt der Popkultur in ein Kriegsschiff? Zuerst sucht Wargaming nach Ideen, die gut in das Spiel passen könnten. Der nächste Schritt ist, beispielsweise Megadeath davon zu überzeugen, das ihre Präsenz in World of Warships beiden Parteien zugute kommt.

„Die meisten Markeninhaber wollen sicherstellen, dass die Integration ihr Produkt respektiert, alle kulturellen Empfindlichkeiten berücksichtigt und die Erwartungen ihrer Fans erfüllt“, sagte er.

Und damit beginnt die Phase der Zusammenarbeit, während der die wichtigen Charaktere, Schiffe und sonstigen Elemente ausgewählt werden. Wargaming erstellt die Spielinhalte und arbeitet mit den Rechteinhabern an eventuellen Modifikationen. Wenn schließlich alle zufrieden sind, ist es Zeit für Godzilla und King Kong, in See zu stechen.

Diese spezifische Kollaboration ist ein gutes Beispiel dafür, wie so etwas den geistigen Urheber, das Team von Wargaming und schließlich auch die Spieler glücklich macht – dabei hatte sie eigentlich außerhalb von World of Warships begonnen.

„Legendary Entertainment, unser Partner, war auf der Suche nach Möglichkeiten, Gamer auf den neuen Film [Godzilla vs. Kong] aufmerksam zu machen, und erkannte World of Warships als eine gute Gelegenheit“, so Nikolaev. „Erstens wegen unserer weltweiten Präsenz und zweitens wegen unseres kreativen Potenzials. Es gibt nicht viele Spiele mit ausreichend virtuellem Raum für ausgewachsene Ungeheuer wie Godzilla oder Kong.

Außerdem kommen auch im Film Seeschlachten und Schiffe vor, sodass die Integration dieser Hochseeszenarien in unser Spiel für Fans, die auf ein interaktives Erlebnis mit beiden Figuren hoffen, natürlich und positiv wirken würde. Wir selbst wollten natürlich alle Kaiju-Fans einladen, World of Warships zu spielen und nicht nur die Riesenmonster zu erleben, sondern auch unsere eigenen Ungetüme wir die Yamato kennenzulernen und Kraken-Erfolge für fünf zerstörte gegnerische Kriegsschiffe in einer Schlacht zu verdienen.„

Die Kollaborationen von World of Warships sind über die gesamte Seekarte verteilt und ihre Vielfalt ist nicht zuletzt den Spielern zu verdanken. Sowohl die Kollaboration mit Megadeath als auch die mit Star Trek entstanden aufgrund von Spielerwünschen.

„Neben dem Gaming gehören Musik und Fernsehserien zu den beliebtesten Beschäftigungen unserer Spieler“, sagt er. „Bei der Musik liegt Heavy Metal vorne und bei den Fernsehserien das Science-Fiction-Genre. Außerdem sind sowohl Megadeath als auch Star Trek populäre Marken mit einem weltweiten Fan-Publikum, das wir erreichen und mit einem Videospiel mit einer riesigen globalen Community von Gleichgesinnten bekannt machen können.

Nach fast einem Jahrzehnt von Kollaborationen bemüht sich Wargaming weiterhin, dazuzulernen, für das Unbekannte zu planen und die Spieler zu überraschen – während man ebenfalls bereit ist, sich überraschen zu lassen.

„Die wichtigste Lektion, die ich gelernt habe, ist, immer auf das Unerwartete vorbereitet zu sein. Die Einbindung einer Marke kann aus gewissem Abstand völlig problemlos erscheinen und kurz vor der Ziellinie ergeben sich plötzlich unerwartete Schwierigkeiten“, so Nikolaev.

„Selbst mit solider Erfahrung gibt es keine allgemeine Anleitung, die für jede Partnerschaft funktioniert“, fährt er fort. „Jede Kollaboration hat ihre eigenen speziellen Anforderungen, seien es Urheberrechte von verschiedenen Elementen, Genehmigungsverfahren oder Herausforderungen bei der Produktion, die sich unterwegs ergeben. Partner zu finden, die unsere Leidenschaft teilen, ist bei jeder Geschäftsbeziehung von unschätzbarem Wert – bisher hatten wir damit sehr viel Glück.“

World of Warships ist mit Sicherheit ein einzigartiges Erlebnis. Ihr könnt auf hoher See mit einem historisch akkuraten Flugzeugträger in die Schlacht ziehen – oder aber an Bord eines Kriegsschiffes auf Donatello, Leonardo, Michelangelo and Raphael treffen. Oder auf Admiralin Janeway oder die Borg-Königin. Seit beinahe zehn Jahren habt ihr die Wahl.

Und vielleicht, ganz vielleicht, wenn Aleksandr Nikolaevs Träume sich verwirklichen sollten, könnte World of Warships eines Tages mit einem anderen bekannten Videospiel kollaborieren.

„Meine Traumkollaboration für World of Warships wäre die StarCraft-Reihe von Blizzard Entertainment“, so Nikolaev. Ich bin ein Fan von beiden Spielereihen und ich glaube, es wäre ein wirklich eindrucksvolles Erlebnis, mit dem Skin des terranischen Schlachtkreuzers und einer Vertonung des Kapitäns von Chris Metzen persönlich ins Gefecht zu ziehen. Viele Grüße an unsere Kollegen vom StarCraft-Team!“

World of Warships ist im Epic Games Store kostenlos zum Download verfügbar.